Diese ASW 15 B entstand aus einem Bausatz, den Graupner früher im Vertrieb hatte, aber schon längere Zeit nicht mehr anbietet. Ich glaube aber, dass diese ASW von Mibo-modeli stammt, wo sie auch heute noch zu bekommen ist.
Die Komponenten des Bausatzes waren dem Standard entsprechend: GfK-Rumpf, Abachi-beplankte Flügel, ebenso das Höhenleitwerk, das Seitenruder ist als Voll-GfK-Bauteil ausgeführt. Der Übergang Flügel-Profilanformung ist gut gemacht, wie auch die beigefügten fertigen Spanten aus hochwertigem Buchensperrholz sehr gut gepasst haben. Flügel und HLW waren bereits fertig verschliffen, die Störklappen eingesetzt. Diese mussten nur noch abgedeckt werden. Pro Flügel werden drei Servos eingesetzt für Störklappe, Wölbklappe und Querruder. Die Servos werden über je einen MPX-Hochstromstecker pro Flügel mit dem Empfänger verbunden, wobei sämtliche Plus- und Minusleitungen auf je einem Pin zusammen gefasst wurden. Die Querruder und Wölbklappen sind als Elastic-Flaps bereits anscharniert.
Das Höhenleitwerk ist als Pendelruder ausgeführt und wird mit einem Servo in der SLW-Abschussleiste direkt angelenkt. Das Seitenruder ist über Drahtseile mit der Rudermaschine verbunden.
Die dem Bausatz beigefügte Folie war von unüblich schlechter Qualität und wurde gegen Oracover ausgetauscht.
Die Teilegewichte Flügel-Rumpf-HLW lagen im üblichen Rahmen, z.B. wiegt ein Flügel flugfertig 1150 Gramm. Die zu erledigenden Arbeiten entsprechen dem, was bei einem Segler dieser Größe üblich ist, sie wiesen insgesamt keinerlei Besonderheiten auf und brachten auch, mit Ausnahme der Folie, keine Mängel in Materialauswahl oder Bauausführung zutage. Wobei man feststellen muss, dass auch dieser Rumpf sicher nicht für die Belastungen, wie sie bei alpinem Fliegen auftreten können, ausgelegt bzw. laminiert wurde. Aber das gilt ja für die Mehrzahl der angebotenen Rümpfe.
Im Hinblick auf die geplante Motorisierung habe ich versucht, Gewicht zu sparen, indem ich den mit 16 mm äußerst üppig dimensionierten und 640 Gramm schweren Rundstahl der Flächensteckung gegen einen Kohlestab ausgetauscht habe. Das notwendige Trimmgewicht wurde durch die Antriebsakkus ersetzt. Weitere kleinere Maßnahmen führten dazu, dass die motorisierte ASW nur ca. 200 Gramm mehr wiegt als die reine Seglerversion. Ich finde, das ist in Anbetracht der Tatsache, dass hier ein 6,2-kg-Segler mit ca. 5 Meter pro Sekunde Steigleistung motorisiert wurde, ein relativ unbedeutender Gewichtszuwachs.
Die Flüge, die ich am Tag des Erstfluges mit dem Aufstecktriebwerk machen konnte, vermittelten mir einen sehr angenehmen Eindruck von meiner ASW 15. Die weiteren Flüge werden der Abstimmung von Schwerpunkt, Ausschlaggrößen der Ruder, Mischanteilen Querruder/Wölbklappen etc. dienen. Ich habe den Eindruck, dass meine durch das Aufstecktriebwerk nun auch sehr universell einsetzbare ASW wirklich viel Potential besitzt, um zu einem „Lieblingsflieger“ zu werden. Ich kann jetzt schon sagen, dass sich der Aufwand für den Bau des Aufstecktriebwerkes 100% gelohnt hat!
So, jetzt bin ich viel ausführlicher geworden als geplant. Das liegt einfach daran, dass mich die ersten Starts mit der ASW 15 wirklich sehr positiv überrascht haben und ich mich auf weitere Flüge freue.
Der Erstflug am 27.02.2010 hat gezeigt, dass die Antriebsleistung, die ca. 800W beträgt, absolut ausreichend ist.
(von Martin W.).
| Daten: |
|---|
| Spannweite: 4m |
| Länge: 1,71m |
| Profil: HQ/W 2,0/12 |
| Gewicht: 6250g |
| Motor: Kontronik Kira 500/30 mit Getriebe 6,7 : 1 |
| Akku: SLS 4s mit 5300mAh |
| Prop: 17x9 |