Die Modellfliegerei wäre um viele attraktive Modelle ärmer, hätte es nicht das „Goldene Zeitalter der Luftrennen“ gegeben. Darunter versteht man grob gesehen den Zeitraum zwischen den beiden Weltkriegen, in dem zum Einen arbeitslos gewordene Militärpiloten, als auch flugbegeisterte junge Enthusiasten neue Herausforderungen suchten und sich bei „Airshows“ und „Airraces“ abenteuerliche Kämpfe lieferten.
Neben den GeeBees Y, Z, R1 und R2 fand man bei den Luftrennen in den USA vor allem auch die Wedell-Williams „44“ auf den ersten Plätzen. Besonders bei der „Bendix“ und der „Thompson“ Trophy teilten sich diese beiden Typen die ersten Plätze untereinander auf.
Einer der bekanntesten Piloten jener Zeit war Roscoe Turner. Zunächst Automechaniker und bei den Streitkräften als Krankenwagenfahrer eingesetzt, fand er unter den Piloten Freunde, die ihn so nebenbei in die Geheimnisse der Fliegerei einwiesen. Die Ausbildung zum Militärpiloten wurde ihm wegen mangelnder Schulbildung verweigert und es reichte „nur“ zum Ballonfahrer / Beobachter. Nach dem Krieg jedoch widmete Turner sich voll und ganz der Fliegerei und nahm erfolgreich an zahlreichen Langstrecken- und Pylonrennen teil. Seine besten Resultate erzielte er in einer Wedell-Williams „44“, die wegen ihres Hauptsponsors „Gilmore Red Lion“ (Gilmore Oil Company – Wappentier ein roter Löwe) genannt wurde. Ein weiterer Sponsor war H. J. Heinz, der bei meinem Modell die Nummer „057“ lieferte. Einst gefeiert als ein Hersteller von 57 verschiedenen eingedosten Lebensmitteln ist er heute bei uns eher durch Heinz Ketchup bekannt. Die „5“ war in Wirklichkeit die Glückszahl von Henry John Heinz und die „7“ diejenige seiner Frau.
Nun zum Modell:
Zum unglaublichen Preis von 299,00 Euro bekommt man von Staufenbiehl ein ARF-Modell, das in Qualität und Flugverhalten zur Spitzenklasse gehört. Die angeführte Motorisierung bietet genügend Leistungsreserven und das auch noch bei geringer Lärmentfaltung – einfach ein Traum.
Leider entwickelte sich im Laufe der Zeit bei mir eine echte Landephobie – nach etlichen guten Touch Downs war doch immer wieder eine Plumpslandung mit Handstandüberschlag zu finden. Fahrwerksschäden und Brüche der Cowlinghalterung gab es dann gratis dazu. Beim Start waren die Hände schon feucht – und die Gedanken an die Landung begleiteten den gesamten Flug. Inzwischen verwende ich größere und schmalere Räder und führe die Anflüge mit fest vorgegebenem Schleppgas durch. Besserung ist in Sicht! Drückt mir die Daumen, dass dies die Lösung war - das Modell ist es absolut wert!
(von Hans K.).
| Daten der Originalmaschine: |
| Hersteller: Wedell-Williams |
| Spannweite: ca. 8m |
| Länge: ca. 6,5m |
| Gewicht: 1765kg max. |
| Motor: P&W 1690, 1020 PS |
| Geschwindigkeit: ca. 475 km/h |
| Daten des Modells: |
| Hersteller: Black Horse Models (Staufenbiel) |
| Spannweite: 2,15m |
| Länge: 1,64m |
| Gewicht: ca. 9kg |
| Motor: ZG 62, Hydromount Pitts |
| Geschwindigkeit: ? |